Was ist ein Margin Account

was ist ein Margin AccountDamit Trader Short Sells durchführen können, müssen sie ein Margin Account besitzen. Das besondere Merkmal solch eines Accounts ist, dass sich das Konto überziehen lässt, um Wertpapiere auf Kredit kaufen und shorten zu können. Die gesetzlichen Bestimmungen über die Eröffnung solch eines Kontos werden von der National Association of Securities Dealers (NASD) und der New York Stock Exchange (NYSE) reguliert.

Sicherheitsleistung für Leerverkäufe

Der Begriff Margin bedeutet so viel wie Sicherheitsleistungs- oder Hinterlegungssumme und bezeichnet im Börsenhandel auf die Sicherstellung der Börsentermingeschäfte durch eine Hinterlegung eines Pfandes. Bei Börsentermingeschäften muss nicht der volle Marktwert des gehandelten Wertpapieres als Sicherheit hinterlegt werden. Zur Berechnung des Margins gibt es zwei unterschiedliche Systeme:

  1. Premium-Margin-System
  2. Risk-Based-Margin-System

Das Risk-Based-Margin-System kommt bei einer der weltweit größten Terminbörsen, der EUREX, zur Anwendung. Die zu hinterlegende Sicherheit soll eine Glattstellung bis zum nächsten Börsentag garantieren.

Bei Optionen wird zwischen dem Premium Margin und dem Additional Margin unterscheiden. Bei Futures erfolgt eine Unterscheidung zwischen Initial Margin – auch als Additional Future Margin bezeichnet – und der Variation Margin. Der Initial Margin ist eine im Voraus zu erbringende Sicherheitsleistung und dient der Abdeckung von Verlustrisiken. Der Variation Margin hingegen deckt den täglichen Gewinn- und Verlustausgleich ab.

Kauft nun ein Trader auf seinem Margin Account mehr Wertpapiere, als er an Einzahlungen vorweisen kann, so erhält er automatisch von seinem Broker einen Effektenkredit. In den USA kann ein Trader mit einem Margin-Account das Doppelte an Wertpapiere kaufen, als er an Einlagen in Form von Bargeld oder an Aktien in seinem Depot verfügt. Dies bedeutet, dass er eine Bringschuld in Höhe von 50 Prozent gegenüber dem Broker hat.

Die Konditionen für einen Margin Account unterscheiden sich von Broker zu Broker. Für das Einrichten eines Margin Kontos sind keine Einkommensnachweise erforderlich – als Sicherheit gelten alleine die Wertpapiere im Depot. Der Broker verlangt für eine Überziehung Überziehungszinsen.

Der Margin Account für Short Selling

Im Falle von Leerverkäufen muss der Kontoinhaber für jedes Geschäft mindestens die Hälfte des Kurswertes der geliehenen und verkauften Wertpapiere entweder als zulässige Wertrechte auf seinem Konto oder in bar auf sein Konto einzahlen. Diese Summe wird in Fachkreisen auch als haircut bezeichnet und trägt dem Kreditrisiko Rechnung.

Der Broker tritt in Sicherheitsleistung bei Leerverkäufen, denn sobald der Margin-Kontoinhaber aufgrund eines hohen Spekulationsverlusts nicht über die Mittel verfügt um den Kauf gleichzustellen oder es auch schlichtweg nicht will, muss er für die Erfüllung Sorge tragen.

Wird die Eigenkapitalunterlegung aufgrund von Kursverlusten unterhalb des festgelegten Mindestbetrages (dem sogenannten Maintenance Margin) unterschritten, so muss der Kontoinhaber innerhalb kurzer Zeit bis zum ursprünglichen Margin aufstocken oder seine Short Position eindecken.

Mehr dazu: Was sind Margin Rules