Optionen nach Chartformationen handeln

Optionen nach charts handeln
Die beiden Klassiker des Handels mit Optionen sind die Call- und die Put-Optionen. Sie setzen auf steigende oder fallende Kurse. Wenn die Voraussage des Traders eintrifft, winken satte Renditen. Für diese Voraussage gibt es grundsätzlich einen fundamentalen oder einen charttechnischen Ansatz. Wie handelt man Optionen nach charttechnischen Formationen?

Chartformationen für das Handeln mit Optionen nutzen

Die Betrachtung von Charts kann eine fundamentale Betrachtung ergänzen, vor allem wenn es um längerfristige Positionen geht. Beim sehr kurzfristigen Trading – schon ab dem Intraday-Zeitraum und erst recht bei noch kürzeren Zeitfenstern – steht sie häufig für sich. Der Trader hat dann nicht mehr die Zeit, alle fundamentalen Nachrichten auszuwerten, zudem entfalten diese nicht so schnell ihre Wirkung an den Märkten, wenn es nicht gerade um gravierende Meldungen geht (Zinsentscheidungen oder ähnliche Nachrichten). Gerade Optionen werden oft sehr kurzfristig gehandelt, ein beliebtes Zeitfenster wird gerade durch ihre kürzeste Form der 30- bis 120-Sekunden-Optionen abgebildet. Hier hilft nur der Chart bei einer Entscheidung weiter. Es geht also darum, von Stunden-, 30- und 15-Minuten-Charts abgeleitet auch 5- oder 1-Minuten-Charts analysieren zu können. Bei den sich bildenden Chartformationen lassen sich bullische und bearische Muster unterscheiden. Die bullischen Chartformationen handelt der Trader mit Call-Optionen. Es kann sich um

  • Fortsetzungsformationen,
  • Konsolidierungsformationen oder
  • Reversal-Formationen

handeln. Fortsetzungsformationen folgen einem Aufwärtstrend, es gibt sie umgekehrt auch für den Abwärtstrend. Sie sind im Aufwärtstrend durch steigende Tiefs und Hochs gekennzeichnet, im Abwärtstrend fallen diese markanten Punkte. Wichtig zu wissen: Es ist möglich, nur steigende Tiefs mit einer Call-Option zu handeln, auch wenn nicht jedes Hoch steigt (im Abwärtsmarkt trifft stets das Gegenteil zu). Eine bullische Chartformationen innerhalb einer Konsolidierung stellt sich häufig durch eine Flagge dar, die gegen den Trend verläuft. Die Flagge kann aber auch eine Korrektur einleiten.

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Reversal Formationen sind plötzliche Trendwechsel, in einem Abwärtsmarkt schießt der Kurs unvermittelt nach oben, in einem Aufwärtsmarkt fällt er urplötzlich. Diese Formationen ereignen sich an markanten Punkten, zum Beispiel am tiefsten Tief oder höchsten Hoch des Vortages oder der gesamten zurückliegenden Woche, aber Vorsicht: Das Reversal findet nur ganz selten genau an diesem Punkt statt. Wer Optionen aufgrund von Reversals handeln möchte, sollte diesen Punkt beobachten und erst nach dem signifikanten Kurswechsel die entsprechende Option buchen. Das Reversal führt in der Regel weit genug, um einen Gewinn zu generieren.

Unterschied zwischen Call und Put

Grundsätzlich gilt: Jedes Chartmuster für den Aufwärtsmarkt gilt spiegelbildlich auch für den Abwärtsmarkt. Jedoch gibt es zwei gewichtige Unterschiede, die Trader von Put-Optionen beachten sollten:

  • Kurse gerade in Aktienmärkten (auch in den Aktienindizes) fallen oft viel schneller, als sie steigen. Abwärtstrends beschleunigen also auch viel schneller.
  • Es gibt einen prinzipiellen Unterschied zwischen den Anlageklassen. Aktien, Indizes und Rohstoffe steigen grundsätzlich bei guter Konjunktur. Währungen – besonders die Majors – bewegen sich grundsätzlich in Swings, weil eine Währung gegen die andere nie endlos steigt oder fällt. Das betrifft wiederum vor allem die längerfristige Betrachtung.

Trader von Put Optionen müssen vor allem bei Aktien, Indizes und Rohstoffen eher etwas schneller agieren, wenn sie nach charttechnischen Mustern handeln. Ein Aufwärtstrend kann sich hingegen gemütlich, aber stetig fortsetzen. Broker von  Optionen bieten manchmal hierfür das Feature “Ladder” an, bei dem der Trader wie bei einer Leiter prozyklisch pyramidisiert.

Fazit zum Handel von Optionen nach Charts

Optionen lassen sich grundsätzlich in kurzen Zeitfenstern eher nach Charts handeln. Einige bewährte Chartformationen unterstützen dabei die Handelsentscheidung. Zu unterscheiden sind die verschiedenen Anlageklassen in ihrer Chartausbildung und die unterschiedlichen Zeitabläufe zwischen Call- und Put-Optionen.

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